14. März 2014

Fighting energy poverty in Africa

Dunkelheit. Straßenbeleuchtung, Glühbirnen, elektronische Geräte: Fehlanzeige. Jeder der einmal einen nächtlichen Stromausfall erlebt hat, kennt das unangenehme Gefühl, plötzlich der Dunkelheit ausgeliefert zu sein. Kochen, Lesen, Fernsehen, alles hängt am Strom. Unser Leben scheint stillzustehen.

Was wir häufig vergessen, ist, dass Strom in längst nicht allen Ländern eine Selbstverständlichkeit ist. Im Gegenteil: Der fehlende Zugang zu Elektrizität stellt ein erhebliches Entwicklungsproblem dar.

Die Zahlen sind bekannt: 1,3 Mrd. Menschen weltweit ohne Zugang zu Strom. 95% davon in Sub-Sahara Afrika und Asien. Der Bevölkerung Sub-Sahara Afrikas (~800 Mio.) steht die gleiche Menge an Strom zur Verfügung wie dem Staat New York (~ 20 Mio.). In ländlichen Gegenden der Sub-Sahara leben 85% der Bevölkerung ohne Strom.

Die Folgen sind dramatisch: Erhebliche Einschränkungen bei gesundheitlicher Versorgung, Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung. Ohne Strom kann kein Krankenhaus, keine moderne Schule und kein Unternehmen funktionieren. Zudem sind die Betroffenen gezwungen, auf andere Energieressourcen auszuweichen. Statt „sauberen“ Stroms nutzen fast 40% der Weltbevölkerung Holz, Kohle und andere giftige Stoffe zum Kochen. Durch die bei der Verbrennung entstehenden giftigen Dämpfe sterben jährlich ca. 2 Mio. Menschen.

Die Bedeutung des Themas ist international anerkannt: Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, hat 2012 die Initiative „Sustainable Energy for all“ mit dem Ziel ins Leben gerufen, bis 2030 der gesamten Weltbevölkerung einen Zugang zu Strom zu ermöglichen. Andere sind gefolgt. Zum Beispiel, US-Präsident Obama, der im vergangenen Jahr mit dem Programm „Power Africa“ die Bereitstellung von US$ 7 Mrd. für den Aufbau neuer Stromkapazitäten in Afrika zugesagt hat. Inzwischen hat die große Mehrheit der Geberinstitutionen wie GIZ, DFID oder SIDA eine spezielles Programm zur Bekämpfung von Energiearmut im Portfolio.

Die erhöhten Anstrengungen der letzten Jahre haben den Erfolg verschiedener Lösungsansätze in Afrika begünstigt, die von „pay-as-you-go“ Solarprodukten bis hin zu kleinen autarken Energienetzen reichen. Erstmals ist damit eine Reihe von Unternehmen entstanden, die in der Lage sind, privatwirtschaftlich zu agieren.

Gleichwohl ist ein gewinnbringendes Model für autarke Energienetze in der Sub-Sahara längst nicht ausgemacht. Grund sind hohe Investitionskosten (erforderlich bei Einsatz erneuerbarer Technologien) bei geringer Stromnachfrage in ländlichen Gegenden aufgrund niedriger verfügbarer Einkommen. Kostendeckende Strompreise können deshalb von Verbrauchern selten finanziert werden. Finanzielle Anreize, zum Beispiel in Form von Subventionen pro angeschlossenem Haushalt, sind erforderlich, um diese Lücke zu schließen. Hinzu kommt die große Zurückhaltung von Investoren bei Projekten, die nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen sind. Sie fürchten, dass Stromkunden eines autarken Energienetzes ihre Rechnungen nicht begleichen können und Verluste eingefahren werden. Dieses Risiko zu mildern, ist eine der Kernherausforderungen für autarke Netze.

Es bleibt zu hoffen, dass die vereinten Anstrengungen nationaler Regierungen in der Region, internationaler Geber, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen Erfolg haben, die Menschen in der Sub-Sahara aus der Dunkelheit zu befreien. In jedem Fall wird das Thema die internationale Gemeinschaft (leider) noch auf lange Zeit beschäftigen.